ABSICHERUNG · UNFALL

Was zahlt deine Unfallversicherung im Ernstfall?

Eine private Unfallversicherung kann nach einem Unfall finanziell helfen. Ihr Schutz ist enger gefasst als eine Arbeitskraftabsicherung . Wie viel sie leistet, hängt unter anderem vom Invaliditätsgrad, der Gliedertaxe und der Progression ab.

Eine Unfallversicherung ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung.
Betrifft mich das?

Von der Grundsumme zur tatsächlichen Auszahlung.

Bei Unfallversicherungen ist besonders leicht zu übersehen, dass Grundsumme und tatsächliche Auszahlung zwei verschiedene Dinge sind.

GRUNDSUMME
„Ich habe 100.000 Euro versichert. Das reicht doch.“

Entscheidend ist der festgestellte Invaliditätsgrad. Bei Teilinvalidität wird nicht automatisch die volle Grundsumme ausgezahlt.

PROGRESSION
„Bei 350 Prozent Progression bekomme ich immer das 3,5-Fache.“

Nein. Progression erhöht vor allem Leistungen bei hohen Invaliditätsgraden. Bei kleineren Schäden kann der Unterschied deutlich geringer sein.

GLIEDERTAXE
„Wenn ich eine Hand nicht mehr nutzen kann, ist das eindeutig.“

Tarife legen in der Gliedertaxe fest, welcher Invaliditätsgrad für Verlust oder Funktionsunfähigkeit bestimmter Körperteile angesetzt wird.

GESETZLICH
„Ich bin über den Arbeitgeber unfallversichert.“

Die gesetzliche Unfallversicherung knüpft an versicherte Tätigkeiten und Wege an. Freizeitaktivitäten sind dadurch nicht pauschal mitversichert.

BU
„Meine Unfallversicherung sichert doch auch mein Einkommen.“

Eine Unfallversicherung zahlt bei unfallbedingter dauerhafter Invalidität. Berufsunfähigkeit entsteht viel häufiger durch Krankheit als durch Unfall.

ZWECK
„Ich habe sie, weil man so etwas eben hat.“

Dann fehlt die wichtigste Information: Soll die Leistung Umbauten, Hilfe im Alltag, Verdienstausfall oder etwas anderes finanzieren?

Du möchtest wissen, was dein Tarif auszahlen würde?Wir schauen, welche Leistungen bei verschiedenen Invaliditätsgraden vorgesehen sind und wofür du den Schutz brauchst.
Im Finanzcheck klären
Einordnung

Wie Unfallschutz und Arbeitskraftabsicherung zusammenhängen.

Diese Beispiele zeigen, welche Aufgabe eine Unfallversicherung übernehmen kann und wo ihr Schutz endet.

>90 %

Berufsunfähigkeit entsteht überwiegend nicht durch Unfall.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Krankheit in mehr als 90 % der Fälle Ursache ist.

Verbraucherzentrale
112.500 €

können aus 100.000 € Grundsumme werden.

Im Rechenbeispiel der Verbraucherzentrale ergeben 50 % Invalidität bei 225 % Progression 112.500 € Leistung. Das zeigt: Erst Tarifmechanik und Invaliditätsgrad erklären die Auszahlung.

VZ · Rechenbeispiel
Arbeit + Weg

Dort greift gesetzlicher Unfallschutz typischerweise.

Die DGUV beschreibt Arbeits- und unmittelbare Wegeunfälle als versicherte Tätigkeiten; private Abwege und Freizeit sind anders zu beurteilen.

DGUV
Was ich prüfen würde

Welche Kosten soll dein Unfallschutz auffangen?

Wir vergleichen die Leistungen bei unterschiedlichen Unfallfolgen mit dem finanziellen Bedarf, den du absichern möchtest.

01

Grundsumme

Welche Basisleistung ergibt sich bei verschiedenen Invaliditätsgraden?

02

Progression

Wie verändert sich die Auszahlung bei mittlerer und schwerer Invalidität tatsächlich?

03

Gliedertaxe

Wie bewertet der konkrete Tarif wichtige Körperteile und Funktionen?

04

Zusatzbausteine

Unfallrente, Tagegeld oder Unterstützung im Alltag prüfen wir danach, ob du diese Leistungen brauchst.

05

Gesetzlicher Schutz

Beruf, Arbeitsweg, Ehrenamt und Freizeit sauber trennen statt pauschal „gesetzlich versichert“ anzunehmen.

06

Arbeitskraft

Prüfen, ob das viel breitere Risiko Krankheit/Berufsunfähigkeit unabhängig davon gelöst ist.

Beispiel

Die gleiche Grundsumme kann sehr unterschiedliche Leistungen bedeuten.

An den Progressionsbeispielen der Verbraucherzentrale lässt sich nachvollziehen, wie sich Invaliditätsgrad und Tarif auf die Auszahlung auswirken.

FIKTIVES BEISPIEL

Fiktiver Vergleich · 100.000 € Grundsumme

Zwei Tarife wirken auf dem Deckblatt ähnlich. Erst die Leistungskurve zeigt, was bei Teil- oder schwerer Invalidität passiert.

Was deshalb verglichen werden muss

  • Invalidität: welcher Grad im konkreten Schadenfall angesetzt würde.
  • Progression: ab welchem Grad die Leistung überproportional steigt.
  • Gliedertaxe: welche Körperfunktionen wie bewertet werden.
  • Zweck: welche Kosten eine Kapitalleistung bei dir decken soll.
  • Priorität: erst prüfen, ob Arbeitskraft und Haftung als existenziellere Risiken geklärt sind.

Vereinfachtes, fiktives Beispiel. Keine individuelle Empfehlung und keine Aussage darüber, welches Ergebnis sich bei anderen Personen ergibt.

Mögliches Ergebnis

Welche Aufgabe dein Unfallschutz übernimmt

Eine Unfallversicherung kann bestimmte Mehrkosten auffangen. Wir prüfen, ob der Vertrag diesen Zweck erfüllt und wie er neben deine übrige Absicherung passt.

Behalten

Die vereinbarten Leistungen passen zu den Unfallfolgen, die du finanziell absichern möchtest.

Anpassen

Grundsumme oder Progression prüfen, wenn die mögliche Leistung nicht zum Bedarf passt.

+

Ergänzen

Fehlenden Schutz nur ergänzen, wenn er für deine persönliche Situation wichtig ist.

Streichen

Nicht benötigte Zusatzbausteine nach Prüfung ihrer Folgen entfernen.

Weiterlesen

Unfallschutz richtig einordnen

Für dein Einkommen ist Krankheit ein wesentlich breiteres Risiko. Auch Haftungsrisiken sollten bei der Prioritätensetzung berücksichtigt werden.

Nächster Schritt

Verstehe, was dein Unfallschutz für dich leistet.

Wir schauen gemeinsam auf Grundsumme, Progression und Gliedertaxe. So kannst du besser einschätzen, welche finanziellen Folgen dein Vertrag auffangen würde.

FINANZCHECK · 60 MIN.

Deinen Unfallvertrag verstehen

Wir klären, welche Aufgabe dein Vertrag hat und welche Leistungen du dir genauer erklären lassen möchtest. Eine Entscheidung über Änderungen steht erst nach der Prüfung an.

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